Die Steinhausen-Stiftung

Rose und Ida-Luise Steinhausen, 1963, Steinhausen-Stiftung, Frankfurt am Main

Rose und Ida-Luise Steinhausen, 1963, Steinhausen-Stiftung, Frankfurt am Main

Die Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten über Wilhelm Steinhausen und über seine Rolle in der Kunst seiner Zeit, vor allem in der Frankfurter Künstlerschaft, gehört zu den wesentlichen Zielen der Frankfurter Steinhausen-Stiftung.

Als der Maler Steinhausen im Jahr 1924 starb, wurde sein Nachlass unter den sechs Kindern aufgeteilt. Zahlreiche Gemälde, Skizzenbücher und Dokumente verblieben zunächst ungeteilt im zur gleichen Zeit eingerichteten Steinhausen-Archiv. Sachwalter des Archivs waren Rose und Ida-Luise Steinhausen, die beiden jüngsten, unverheirateten Töchter des Malers, deren Anteil am Erbe in den Besitz der Frankfurter Steinhausen-Stiftung eingebracht wurde. Der Gedanke an eine Stiftung hatte Rose (1891–1983) und ihre jüngere Schwester Ida-Luise (1893–1970) viele Jahre beschäftigt. Sie wollten das Werk ihres Vaters zusammengehalten wissen und es der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Rose Steinhausen überlebte ihre jüngere Schwester, deren Erbanteil an sie überging. Sie entschloss sich 1978, mit beiden Anteilen eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Die „Steinhausen-Stiftung“ in Frankfurt am Main soll wissenschaftliche Arbeiten über Wilhelm Steinhausen und die Kunst seiner Zeit fördern und die Geschichte der Frankfurter Künstler dieser Zeit sowie der Frankfurter Künstlergesellschaft dokumentieren.

 

Nach dem Tod von Rose Steinhausen wurde die Auflösung des bis dahin ungeteilten Familienbesitzes notwendig. Es ist dem Einsatz von Herrn Dr. Dietrich Andernacht und Herrn Dr. Horst Reber zu verdanken, dass die Teilung und der Aufbau der Stiftung in enger Abstimmung mit Vertretern der Familie zustande kamen. Die Herren Rudi Seitz und Wilhelm Dieter Vogel richteten das Museum ein. Über ein Jahrzehnt hat Herr Vogel nicht nur hunderte Besucher durch das Haus geführt, sondern auch unermüdlich daran gearbeitet, den einzigartig vielfältigen Nachlass zu ordnen sowie den umfangreichen Bestand der Zeichnungen museumsgerecht zu archivieren.

Die Stadt Frankfurt übernahm von der Familie die restlichen zwei Drittel des Hauses und ließ es renovieren. Die Adolf und Luisa-Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, Frankfurt am Main, erwarb das Selbstbildnis von 1910 sowie die Entwürfe für die Ausmalung von Frankfurter Gebäuden und überließ sie der Steinhausen-Stiftung.

Der in die Stiftung eingebrachte Kunstbesitz wurde durch Ankäufe der Stiftung, Geschenke und Vermächtnisse bereichert und gilt als repräsentativ für das vielseitige Gesamtwerk Wilhelm Steinhausens. Die Sammlung umfasst neben Gemälden, Studien und Skizzenbüchern auch den gesamten Briefwechsel, insbesondere mit Malern, Kunsthistorikern und Kunstschriftstellern, sowie seine Bibliothek.

1987 konnte das Museum im ehemaligen, 1885 von dem Frankfurter Architekten Simon Ravenstein erbauten Wohnhaus des Künstlers eröffnet werden, das ein seltenes Beispiel eines Künstlerhauses des späten 19. Jahrhunderts darstellt. Insbesondere blieb die architektonische Form des Ateliers mit großem Nordfenster erhalten und stellt damit eines der wenigen erhaltenen Malerateliers in der Rhein-Main-Region dar. Einige typische Malerutensilien wie Staffeleien, Lineale, Pinsel und Paletten geben dem Raum ein authentisches Flair.

Außer dem Atelier sind im Erdgeschoss für die Öffentlichkeit zwei Räume hergerichtet, in denen, neben Ausstattungsgegenständen von Steinhausens Mobiliar, vor allem Porträts des Malers, seiner Familie und einiger Freunde sowie ein Überblick über sein vielfältiges Schaffen zu besichtigen sind. Der 1. Stock ist noch heute bewohnt.

Am 9. Juni 2008 wurde die Stiftung anlässlich ihrer 30-Jahrfeier in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt am Main eingetragen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.